Von Panik zu Vertrauen

Heute raffe ich mich auf und schreibe endlich die Fortsetzung meines 4h Meditations-Erlebnisses. Vielleicht ist gerade jetzt, wo Corona immer noch präsent ist, Zeit dafür.

Ich hatte keine 20 Minuten sondern 4 Stunden lang meditiert. Mein Zeitgefühl war mir vollkommen verloren gegangen. Und das verursachte erst mal totale Panik in mir.

… schrieb ich in einem meiner letzten Beiträge.

Was ist hier los? Stromausfall? Spinnt die Uhr? Es ist 15:30 Uhr und ich hätte um 13 Uhr meine Tochter abholen müssen! Was ist mit meinem Parkschein? Der ist doch auch schon lange abgelaufen. Ich komme grad nicht mehr mit!

Wenn ich nen Strafzettel bekommen habe, drück ich den meinem Lehrer drauf! Was ist überhaupt los mit dem? Der kann mich doch nicht einfach hier soo lange sitzen lassen!

Wut. Hilflosigkeit. Verzweiflung.

Warum ist hier alles dunkel? Und warum ist keiner da? Lag ich im Koma? Ist überhaupt noch eine Menschenseele auf dieser Welt? Ich hab definitiv zu viele Zombie Horror Filme gesehen!

Glücklicherweise ging mein Mann sofort an sein Handy. Er hatte unsere Tochter abgeholt nachdem ich nicht wie geplant nach Hause kam. Die Räubertochter störte das gar nicht, ganz im Gegenteil, sie freute sich über die Abwechslung. Einen Strafzettel hatte ich übrigens auch nicht. Irgendwas schien „auf meiner Seite“ gewesen zu sein 😉

Ich kam an diesem Tag gegen 16:30 nach Hause und war darüber unheimlich froh. Die folgenden Tage stand ich völlig neben mir. In meiner Asanapraxis konnte ich nicht „loslassen“, hatte eine Blockade. Besonders in der Tiefenentspannung zum Schluss war ich alles andere als entspannt. In meinen Meditationen weinte ich. Warum hat mir dieses Erlebnis nur so eine Angst gemacht?

Etwas später kam ich zur Erkenntnis. Einer relativ knappen zwar- aber sie hat es in sich.

The Show always goes on. Das Leben geht immer weiter…

… und ich habe keinerlei Einfluss darauf. Die Welt dreht sich stets weiter, ohne meine Mitarbeit. Ohne, dass ich irgendetwas mache. Ich bin eine klitzekleine Fliege in einem riesigem Universum.

Dieser Gedanke machte mir erst einmal Angst. Als ich aber etwas darüber nachdachte (und nachdem ich weinend Rat bei der Yogalehrerin suchte- ich danke DIR!), war das eigentlich gar nicht so schlimm.

Ist es nicht wunderbar, dass sich die Welt weiter dreht? Wäre für mich alleine doch auch eine wirklich irre große Aufgabe. Dafür zu sorgen, dass es stets weitergeht, oder?! 😉

Auch meine Familie kann ohne mich bestehen. Sie brauchen mich gar nicht. Wir mögen uns natürlich und verbringen gerne Zeit miteinander aber bin ich mal nicht da, finden sie auch ganz alleine Lösungen. Was mein Erlebnis mir deutlich zeigte. Und gleichzeitig ungute Gefühle machte. „Ich werde nicht gebraucht“ schlich sich da in meinen Kopf. Aber auch das ist gut! So muss ich mir nämlich keine Sorgen um meine Liebsten machen, sollte ich mal „ausfallen“.

Ich darf also ins Vertrauen gehen. Vertrauen haben ins Leben. „Lehn Dich doch mal zurück. Ich mach das schon- auch ohne Deine Anstrengung. Und immer zu Deinem Besten.“

Zugegeben… bis das in Fleisch und Blut übergeht, dauert es vielleicht eine Weile. An sich finde ich aber, dass das ein wunderbarer neuer Glaubenssatz ist. Was meinst Du?

Om Shanti

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