Somavara 1

Montag ist der Tag des Mondes und auch Shivatag. Shiva steht unter anderem für Transformation. Ein wunderbarer Tag zum Reflektieren über meine Woche vom… 9. bis 15. August 2021.

Was es mit Somavara und dieser Beitragsreihe auf sich hat, kannst Du hier nochmal nachlesen.

Puh. Das „einfach drauflos“ fällt mir doch schwerer als gedacht. Ich sitze hier und blättere meine Tagebucheinträge der Woche durch. Es sind ja „eigentlich nur 7“ aber aus ihnen gehen trotzdem viele Themen hervor.

Meine Woche begann mit einer anstrengenden Nacht. Beide Kinder schliefen bei mir im 2-Mann-Zelt auf einer 140er Matratze, die für meinen Geschmack dann doch zu schmal für uns drei war. Am frühen Morgen, gegen 6 Uhr, meinte die Große dann plötzlich auch noch „wach“ zu sein, wir schliefen aber glücklicherweise alle nochmal ein. Gegen Mittag zog ich mich alleine ins Zelt zurück, übte dort Pranayama und Meditation um den mangelnden Schlaf wieder etwas auszugleichen. Was erstaunlich gut funktionierte trotz wabbeliger Luftmatratze. Am Abend fand Sohnemann nicht zur Ruhe. Ich stillte, schaukelte, redete gut zu, während mein Mann beim Campingnachbarn saß und fröhlich quatschte. „Ich mühe mich hier wieder ab und er…“, spuckte mein Geist da aus. Aber ich schaffte es rauszukommen aus zu diesen blöden Gedanken. Ich verließ das Zelt, drückte meinem Mann unseren Sohn in den Arm, wo er kurze Zeit später einschlief, als wäre nichts gewesen. Tja. Offensichtlich brauchte er gerade Papa und nicht Mama. Und die Mama brauchte ein kleines Learning 😉

Am Dienstag gab es ein größeres Learning für meinen Mann und mich.

Wir zogen auf einen Naturcampingplatz ein, den wir bereits kannten und nett in Erinnerung hatten. Die Betreiber hatten den Platz damals erst übernommen und wirkten motiviert und fröhlich. Entweder war unsere Wahrnehmung damals eine völlig andere oder der Platz sowie die Betreiber hatten sich verändert. ENTtäuschung. Am Abend verschwendete ich meine Zeit mit „Handydaddeln“ auf der Suche nach einer guten Kompass-App und der Frage wann genau die Sonne aufgeht. Na ob das so viel wichtig war als mein Tagebuch zu schreiben… ich weiß ja nicht.

Dem Mittwoch würde ich ein Tag-der-Woche-Krönchen aufsetzen. Sohnemann war schon recht zeitig wach, weinte und fand nicht mehr zur Ruhe. Ich schlich mich mit ihm aus dem Zelt, ging spazieren und saß in der Sonne, wo er wieder einschlief. Ich beobachtete, wie der Campingplatz langsam erwachte. Etwas später genoss ich eine schöne Asanapraxis in der Morgensonne. Der Jüngste war an diesem Tag genau 12 Wochen alt, was mein Mamaherz strahlen ließ. Noch mehr strahlte ich, als ich mit ihm unter die warme Dusche ging. Er lachte mich an, hatte Spaß und war auch in seiner Freude nicht zu bremsen als es wieder ins Kühle, Trockene ging. Selbst als ich ihn „liegen ließ“ um mich selbst anzuziehen war er weiter fröhlich. Ein Sonnenschein! Abends, als ich im schönen Aufenthaltsraum des Campingplatzes saß und mein Tagebuch schrieb, kam mir die Idee zu dieser Blog-Beitragsreihe.

Geärgert habe ich mich am nächsten Tag über einen Satz meines Mannes. Sohnemann weinte morgens ganz fürchterlich und ich konnte ihn nicht beruhigen, was mich in Stress versetzte. Ich solle halt mal was Anderes mit ihm probieren, meinte mein Mann. Diesen Satz empfand ich als völlig sinnlos, nicht hilfreich, nicht feinfühlig und machte in mir nur noch mehr Stress.. Was anderes probieren – na ich probiere ja schon alles Mögliche! Warum wollte ich ihn denn aber eigentlich so zwanghaft beruhigen? Aus Rücksicht auf die anderen Campingplatzbesucher vermutlich. Vielleicht steckt da aber auch ein alter Glaubenssatz drin wie „Du darfst nicht zu laut sein“? Ich meditiere da nochmal drüber…

.. und warum ärgerte mich dieser Satz meines Mannes eigentlich so sehr?

Etwas später Platzwechsel. Wir kamen in Överturingen an und trafen doch tatsächlich alte Bekannte, mit denen wir abends am Lagerfeuer zusammensaßen. Ich zog mich aber doch relativ zeitig mit unserem Jüngsten ins Zelt zurück. Während er ins Traumland überging, hörte ich noch eine Weile den „Saufnasen“ zu. Ein Weinglas ging zu Bruch. Der Besitzerin des Glases wurde ernst erklärt, dass hier Kinder unterwegs seien und das so nicht ginge. Sie lallte zurück, dass das doch nun gar nicht so schlimm sei. Oh weh… ich schämte mich irgendwie ein wenig und fragte mich warum diese Art Alkoholkonsum in der Gesellschaft scheinbar ok ist, ein Obdachloser dafür aber von oben herab betrachtet wird.

Am nächsten Tag reisten sie ab und ich war fast ein wenig erleichtert.

Etwas später ging ich „schwimmen“. Ich nahm mir ein aufblasbares Brett, das der Naturcampingplatz bereitstellte, legte mich mit dem Oberkörper drauf und ließ mich einfach treiben. Total schön. Später noch Kartenspielen und Fahrradfahren mit der Großen. Das Fahrrad lehnte, wie bei unserem letzten Besuch hier, immer noch am Hüttchen. Die Große setzte sich hinten auf den Gepäckträger und in mir kamen kleine Kindheitserinnerungen hoch. Am Abend machte mir der Jüngste noch eine Freude, in dem er im Zelt fröhlich mit mir plauderte. Offenbar hatte er jetzt sein Stimme entdeckt.

Freitag auf Samstag donnerte, blitzte und regnete es. Ich fands urgemütlich im Zelt und „zählte mit“, wie weit das Gewitter entfernt war. Etwas später bekamen wir unsere beiden Zelte abgebaut, bevor es wieder zu regnen begann. Perfektes Timing. Wir kamen in einer sehr kleinen, schiefen Hütte unter. Ich war genervt von der Fahrt, müde, hatte Rückenschmerzen und fühlte mich insgesamt total unwohl. Mit den Kindern fuhr ich abends nochmal los zum nächsten Supermarkt für einen „Quatsch-Einkauf“. Auf dem Weg dorthin sah ich einen wunderschönen Regenbogen. Die Räubertochter freute sich ebenfalls. Und beim Quatsch-Einkauf kamen immerhin nicht nur Chips und Muffins in den Einkaufswagen sondern auch ein Notizbuch für mich und meine „Geistesblitze“. Die Art von Einfällen, bei denen ich üblicherweise sofort zum Handy greifen und googeln will. Ich möchte versuchen, sie zu sammeln und einmal in der Woche abzuarbeiten. Vielleicht fällt mir dabei ja der ein oder andere auf, der gar nicht mehr so wichtig ist?!

Die Woche klang aus mit Skipbo und Nummerkubb (für mich typisch Schweden) spielen, Hunde streicheln und einem langem Gespräch mit meinem Mann über unsere Tochter, das Familienleben und die Frage, ob unsere Zukunft in oder außerhalb Deutschlands liegen könnte. Die Frage, die wir uns im Grunde auf jeder Reise stellen.

entwickelt die Idee, nicht jedem „Geistesblitz“ sofort nachgehen zu müssen und sie stattdessen in einem Notizbuch zu sammeln, um sie etwas später in ihrer Wichtigkeit neu zu bewerten gewertschätzt den wunderschönen, großen, vollständigen Regenbogen, den ich mit meiner Tochter abends bestaunen durfte yogagelebt eine schöne Asanapraxis am sonnigen Morgen, Mantras hören über Smartphone und Ohrstöpsel im Auto und Pranayama und Meditation funktionieren bei ungemütlichem Wetter sogar im Zelt ausgeschwärmt nach Nås, Bjuraker, Överturingen, Mora, Nås (Schweden) verbündet mit dem Belgier, der seiner Frau den letzten Wunsch erfüllte, indem er ihre Asche an einen besonderen Ort brachte

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