Somavara 8

Montag ist der Tag des Mondes und auch Shivatag. Shiva steht unter anderem für Transformation. Ein wunderbarer Tag zum Reflektieren über meine Woche vom… 27. September bis 3. Oktober 2021.

entwickelt Freude und Frieden in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt gewertschätzt das Rücken-freihalten meines Mannes für… yogagelebt … meine morgendliche Pranayama und Meditationspraxis ausgeschwärmt nicht zur U4 sondern auf die Couch und in zwei Yogakurse, die ich in den nächsten Wochen leite verbündet mit der schwangeren Yogini und dem kleinen Wunder, das in ihr heranwächst. Om Tryambakam!

Ich bin erkältelt. „Waaa heißt hier erkältet??? Ab zum Test, ab in Isolation, ab in Quarantäne!!! Es gibt keine Erkältung mehr! Merk dir das du verantwortungslose Schwurblerin!!!“, schrieb mir heute Morgen eine nette Seele und schickte einige Lach-Emojis hinterher. Ja… so ist das in der jetzigen Zeit.

Ich bin nicht „corona positiv“- ich bin halt einfach erkältet. Die ganze Familie. Vermutlich werden wir es überleben 😉 Bis dahin ruhe ich mich aus und trinke extra viel Kräutertee.

Dass ich nun krank bin, ist vielleicht genau das Richtige für mich.

In dieser Woche war ich nämlich viel im Außen unterwegs. So zumindest mein Gefühl. Was mir nicht gut tat. Auch so mein Gefühl. Vielleicht täusche ich mich aber auch… ich nehme mir mal mein Tagebuch…

Am Montagmorgen klingelte mein Wecker um 5 Uhr. Trotz „schul- und arbeitsfrei“. Die Tochter wurde ja vergangenen Freitag in Quarantäne geschickt, mein Mann entschied, ebenfalls zuhause zu bleiben. Und ich hatte nun den festen Willen früh am Morgen Yoga zu üben. Aber es sollte nicht sein. Nach wenigen Minuten hörte ich das Baby weinen. Mein Mann bat mich wieder ins Bett zu kommen. Ich solle aber umgehend, nachdem wir alle aufgestanden sind, zum Meditieren gehen.

Gesagt, getan. Ich hatte eine wunderbare Praxis. Etwas später planten wir, was wir die Woche über essen wollten, fuhren einkaufen und entspannten dann auf der Couch. Am Nachmittag hätte Sohnemann eigentlich einen Termin zur U4 gehabt, gab mir dann aber deutlich zu verstehen, dass er darauf keine Lust hat. Ich machte mich auf den Weg und hielt mehrmals an. Hunger? Gecheckt. Windel? Gecheckt. Trotzdem nur weinen. Ich telefonierte, sagte den Termin ab und wir kehrten wieder um. Zuhause angekommen war Baby völlig nass geschwitzt. Ich zog ihn aus, machte ihn frisch, wickelte ihn nackt ins Handtuch und in meinem Arm schlief er direkt wieder ein. Es war also Kuscheltag. Nichts anderes.

Mit der U4 waren wir ohnehin „zu spät“ dran. Erst waren wir in Schweden, dann hatte die Praxis Urlaub. Die Sprechstundenhilfe bot mir an, uns reinzuschieben, sollte jemand absagen. So war es dann auch. Aber offensichtlich sollte es nicht sein. Ich habe damit kein Problem. Schon bei meiner Tochter fand ich die U-Untersuchungen größtenteils überflüssig, oft auch stressig oder nervig. Manche Eltern brauchen sie (was auch voll ok ist!)…

… ich gehöre eher nicht dazu.

Am Abend streamte ich mal wieder Satsang, ließ mich dann aber ablenken. Worüber ich mich hinterher etwas geärgert hab.

Dienstag. Tochter weiterhin in Quarantäne. Mann ebenfalls zuhause. Yogapraxis direkt am Morgen nachdem wir alle aufgestanden waren. Schööööön. Ein bisschen Wäsche, Haushalt erledigt, lecker Gemüselasagne zubereitet. Mein Mann hatte ein wenig Langeweile. Die Kinder gingen am späten Nachmittag spontan gemeinsam in die Badewanne und ich wunderte mich darüber, dass irgendjemand meine alten, verschimmelten Turnschuhe aus der Mülltonne genommen hat, die am nächsten Tag geleert wurde. Das finde ich immer noch einigermaßen schräg… mal sehen ob sich das Rätsel noch auflösen lässt.

Auch am Mittwoch ging ich direkt nach dem Aufstehen in meine Yogapraxis. Mensch, da hab ich ja doch ein wenig Zeit in meinem „Inneren“ statt im „Außen“ verbracht. Als das „erledigt“ war, fuhren wir in die nächste Ortschaft zum C-Test. Das Kind soll wieder in die Schule. Alles positiv! Äh.. negativ. Also alles gut, meine ich. Am Abend startete ich einen Yoga-Anfängerkurs. Meine erste Stunde nach der Babypause. Etwas holprig aber ich nahm es mit Humor. Ich scheine etwas aus der Übung zu sein. Zusätzlich fehlt mir meine eigene Praxis, die das Anleiten der einzelnen Übungen leichter machen würde. Aber es wird. Das größere Problem war mein schweres Mama-Herz. Zum ersten Mal ließ ich meinen Sohn für mehrere Stunden „alleine“. Stimmt ja so nicht. Der Papa hat sich ganz wunderbar gekümmert, Baby nahm die abgepumpte Milch in Flaschenform ohne Beanstandung an und beide Kinder, groß wie klein, schliefen friedlich als ich nach Hause kam. Alles prima. Aber eben ungewohnt für mich.

Am Donnerstag hätte die Tochter theoretisch wieder in die Schule gekonnt.

Der alltägliche Wahnsinn machte dem einen Strich durch die Rechnung. Ich hatte kein Auto um sie zum Bus zu bringen und wieder zu holen. Das musste nämlich in die Werkstatt. Es ergab sich auch keine andere Möglichkeit. So verlängerten wir die Quarantäne freiwillig um weitere zwei Tage. Wir machten uns aber zuhause einen schönen Tag, die Räubertochter half mir beim Kochen- es gab lecker Kürbis Cannelloni. Wir gingen spazieren und nahmen uns mal wieder Zeit zum Tanzen 🙂

Abends unterrichtete ich erstmals wieder meine „alten Yoga Hasen“ im Nachbarort. Das hat mir Freude gemacht. Zum Einen war es schön, alle wieder zu sehen, zum Anderen ging es auch etwas leichter als am Vorabend. Zumindest bei mir. Als ich nämlich nach Hause kam, erklärte mir mein Mann, dass die abgepumpte Milch nicht gereicht hat und er den Sohn, der ein Fan des „Einschlafstillens“ ist, eine knappe Stunde auf dem Arm durchs Haus getragen hat, bis er dann eben endlich einschlief. Nunja… wir lernen daraus.

Freitag. Auto aus der Werkstatt geholt, Mann fuhr direkt weiter zur Arbeit. Deswegen wurde es abends später, ich ließ die Kinder wach damit sie Papa vorm Schlafen nochmal sehen. Nachmittags probierten Tochter und ich ein Kuchenrezept aus und lachten hinterher dann gemeinsam. Der Kuchen war geschmacklich ok aber er ging einfach nicht hoch. Es waren dann eher Brownies. Nunja… wieder was gelernt 🙂

Am Wochenende schlich sich dann diese Erkältung ein. Am Samstag war ich damit wirklich cool. Ich konnte es gut annehmen, dass mir eine Pause auferlegt wurde. Ich war ein bisschen mit den Kindern an der frischen Luft, es gab Pfannkuchen und sonst kuschelte ich auf der Couch. Der Sonntag war etwas schwieriger für mich. Für mich typische „Erkältungskopfschmerzen“ kamen dazu und nun schnieften auch noch Sohn und Mann. Die Räubertochter war enttäuscht denn aus dem eigentlichen Plan, Freunde besuchen, wurde somit auch nichts. Stattdessen basteln und draußen toben mit Mama. Die irgendwann völlig erschöpft und durchgeschwitzt war. Aber Mamas haben manchmal so eine ganz eigene Superkraft…. die half mir dann den Tag gut zu managen obwohl ich so krank war.

Die Mama-Superkraft!

Am Sonntag freute ich mich außerdem über eine Nachricht einer Yoga-Kollegin. Sie erwartet ein Baby. Ich freue mich sehr mit ihr und ihrem Mann. Und zum ersten Mal ist da kein „Aber…“.

Bevor ich meinen Sohn bekam, war bei jeder Schwangeren, egal wie sehr ich sie mochte, dieses „Aber…“ in meinem Kopf. Ich konnte mich nicht aufrichtig freuen, hatte ich doch immer irgendwo im Hinterkopf diese Frage „Warum klappt es bei mir einfach nicht mehr?“. Traurigkeit also und ein bisschen Wehmut. Ich habe eben gegoogelt, ob „Wehmut“ hier das Wort ist, das ich suche. Google sagt: „verhaltene Trauer, stiller Schmerz“. Genau so war es. Ein stiller Schmerz.

Diesmal aber nicht. Pure Freude. Als ich länger darüber nachdachte, kam ich zu dem Ergebnis, dass ich uns als Familie komplett und vollkommen finde. Was für mich aber noch viel wichtiger ist: Ich bin absolut im Frieden mit den Themen Schwangerschaft und Geburt. Heureka. Ein Yogabegriff, der mir hier nun auch in den Sinn kommt, ist „Ananda“. Vollkommene und höchste Glückseligkeit, Wonne, wahre und dauerhafte Freude.

Und doch gar nicht so viel im „Außen“ wie ich dachte.

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