Corona in der Familienpackung

Viele Grüße aus der Quarantäne! Meine Familie und ich haben „Hausarrest“. Den haben wir uns erst einmal selbst gegeben, etwas später dann aber auch vom Gesundheitsamt bekommen.

Donnerstagabend vor einer Woche: Mein Mann, untypisch für ihn, ging sehr früh ins Bett. Mit heftigem Schüttelfrost. In der Nacht hatte er abwechselnd Fieber und Normalthemperatur. Einmal schwitzte er ganz furchtbar, einmal fror er. Am Freitag blieb er dann zuhause und im Bett während ich etwas Yoga-Unterrichtsmaterial sortierte. Mittags hatte mein Mann einen Corona-Schnelltest gemacht. Er war positiv. Oh man. Irgendwie war das schon klar aber ich hatte die Hoffnung… nunja.

Mir hätte es sicher gut getan, mich erst einmal etwas zu sortieren. Stattdessen griff ich direkt zum Telefon. Ich rief meine Mama an, mit der ich eigentlich ein paar Tage später verabredet gewesen wäre, was jetzt natürlich hinfällig war. Und ich war irre traurig deswegen. Danach waren Hausarzt, der kassenärztliche Bereitschaftsdienst und das Gesundheitsamt an der Reihe. Mit keinerlei Ergebnis. Am Freitagnachmittag erreicht man wohl keinen mehr. Wir mussten abwarten. Aber dafür bekam ich schnell zwei „Einkäufer“ ran, die uns in den nächsten Tagen mit frischen Lebensmitteln versorgen würden.

Die Hoffnung…

Mit meiner Matratze zog ich ein Zimmer weiter, in der Hoffnung, Schlimmeres verhindern zu können. Da war sie wieder… die Hoffnung. Die bekanntlich zuletzt stirbt 😉

Am Samstagmorgen bestellte ich einen weiteren Schnelltest bei der Apotheke, der uns dann an die Türklinke gehängt wurde. Ebenso ein kleines Lebensmittelpaket. Mein Mann wollte nochmal testen. Immernoch positiv.

Und so nahm die Aufregung Fahrt auf. Mein Mann fror und schwitzte also im Wechsel. Der Kreislauf machte etwas Schwierigkeiten, der Geschmackssinn ging in den Urlaub. Auch mental wurde das anstrengend. Viele Streitereien zwischen uns beiden wegen Nichtigkeiten. Grundsatzdiskussionen (machen natürlich immer Sinn wenn man krank ist! Oder auch nicht) und ein paar Tage später fühlte auch ich mich kränkelig und als würde mir die Puste ausgehen. Der Schüttelfrost blieb mir erspart aber ich bekam Halsschmerzen und schlimmen Husten. Ausgerechnet jetzt in den Ferien.

Das große Kind ging erstaunlich gelassen mit der Situation um. Zum Beginn der Ferienwoche gab es selbstgebackene Waffeln zum Frühstück, tanzen, malen, Yoga Dokus glotzen und Satsang streamen und immer mal wieder ein Nickerchen machen. Das ging noch relativ gut.

Am Dienstag (Montag war in Bayern Feiertag) gingen mein Mann und ich dann zum Hausarzt um uns testen zu lassen. Am Garagentor. In die Praxis durften wir ja schließlich nicht. Wenig später das Ergebnis: beide positiv. Na bravo. Es folgten ca 8 Telefonate mit verschiedenen Mitarbeitern des Gesundheitsamtes. Ein einziges Chaos. Am Donnerstag sollte dann auch unser älteres Kind laut Gesundheitsamt, bitte zum PCR Test. Der fiel negativ aus und die Quarantäne als Kontaktperson wurde aufgehoben. Am kommenden Montag geht es also wieder in die Schule. Theoretisch. Für die Fahrt zum Bus bekamen wir sozusagen eine „Ausgangserlaubnis“.

Es folgten einige anstregende Tage. Für Mini und mich auch anstrengende Nächte. Denn auch Mini fing an zu husten. Etwas später waren unsere Nasen dicht. Eine Nacht machte ich komplett durch. Meine Energie sank immer mehr in den Keller und ich schaute stumpfe Netflix Filme und Serien (der Yogi in mir sagt: ein tamasiger Geist in einem tamasigen Körper sehnt sich nach tamasigen Dingen 😉 ) Es blieb glücklicherweise bei nur einer „Sauna“-Nacht und der Schüttelfrost, den mein Mann hatte, blieb mir, wie schon erwähnt, komplett erspart.

Dafür ging mir die Stimme aus, was mein Mann widerrum nicht hatte. Ich hatte so ein „Ist das alles lästig“-Gefühl aber ernsthafte Sorgen um meine Gesundheit hatte ich nicht. Trotzdem rief ich am Morgen nach meiner „durchzechten“ Nacht, den Bereitschaftsarzt an, ob er nicht mal Babys Lunge abhören konnte. Da sorgte ich mich nämlich eher. Der Bereitschaftsarzt konnte. Alles gut. Alles frei. Und „Corona ist bei Babys nicht so ein großes Thema“. Ich solle mir keine Sorgen machen. Ok.

Ist das alles lästig!

Am Sonntagabend war Kind 1 irgendwie… unruhig. Irgendetwas war anders, sagte so mein Mamaherz oder Bauchgefühl oder Intuition. Mein Mann und ich beschlossen, heute, am Montag, nochmal schulfrei zu machen lagen damit vollkommen richtig. Als unsere heutige „Essenslieferung“ inklusive weiterem Schnelltest nämlich kam, benutzte ich den gleich für unser älteres Kind und er war… wie soll es anders sein… positiv.

Ich rief also erneut das Gesundheitsamt an, mit dem wir nun übrigens jeden Tag telefoniert hatten. Sie wollten nämlich jeden Tag aufs Neue wissen wie es uns denn geht, welche Symptome dazukamen oder welche am Abklingen sind. Ehrlich gesagt, finde ich das nervig und wenig erholsam. Wie dem auch sei… Wir sollten unsere Quarantäne verlassen und mit besagtem Kind zur Teststation fahren. Warum denn auch nicht. Wir sind ja alle fit wie Turnschuh.

Nun warten wir auf das Ergebnis des PCR Tests, verlängern die Ferien und versuchen in diesem großem Durcheinander aus Arztbesuchen und Telefonaten wieder gesund zu werden. Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich irre müde bin? Na es wird schon wieder werden…

Zum Abschluss aber noch etwas Schönes:

Ich habe wunderbare Menschen in meinem Umfeld. Solche, die sich superschnell auf uns und die Situation eingeschossen haben. Sie kaufen für uns ein, stellen es vor die Tür, das Geld dafür wollen sie „irgendwann“ oder „bei Gelegenheit überwiesen“. Schnell nochmal losfahren und Pizzen vom Italiener holen und eine Engelsgeduld am Telefon wenn sie sich mein Gejammer anhören. Wir werden sogar auf Abruf bekocht, falls ich das nicht mehr schaffen sollte. Danke!

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