Lebenslauf

Die Artikel, die mir Google lieferte, behaupten, dass Lebensläufe langweilig zu lesen sind. Dennoch habe ich für Dich ein paar Ereignisse zusammengefasst, die in Bezug auf meine Themen interessant sein könnten:

1989 erblickte ich das Licht der Welt. Meine Kindheit war schön, als Teenager fühlte ich mich von meinen Eltern mehr und mehr unverstanden. Ich suchte Kontakt zu Punks, was ich im Nachhinein als Flucht vor meinen Eltern deuten würde. Um 2004, ich war 15 Jahre alt, nistete sich bei mir eine andauernde Traurigkeit ein und ich fragte meine Mutter ob sie nicht einen Termin beim Psychologen für mich arrangieren könnte. Meine Mutter sagte mir, ich erinnere mich noch sehr genau daran, ich solle nicht „spinnen“ oder mir „irgendwas einreden“. 2007, kurz nach meinem 18ten Geburtstag zog ich von zuhause aus und mit meinem damaligen Freund zusammen, den ich auf der Straße kennengelernt hatte. Die Beziehung war von Alkohol, Drogen und psychischer Gewalt geprägt.

2009 löste ich mich. Ich zog in meine erste „eigene“ Wohnung- und bekam plötzlich Panikattacken. Das alleine sein war eine Katastrophe, ich hatte Angst vor mir selbst. 2010 begann ich meine erste Psychotherapie, die ich zwei Jahre später mit gutem Gefühl beendete. 2012 lernte ich außerdem meinen Mann kennen. Im Sommer darauf verließen wir gemeinsam die Großstadt und zogen aufs Land. 2014 kam unsere Tochter zur Welt. Etwa ein halbes Jahr später fühlte (oder dachte!) ich mich leer: „Meine Tochter braucht mich kaum- das Muttersein füllt mich nicht aus.“ Meine Hebamme empfahl mir eine Heilpraktikerin für Psychotherapie, die ich von diesem Zeitpunkt an unregelmäßig aufsuchte. Mal waren die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen sehr klein, mal waren sie größer. Es folgten vier Jahre Achterbahn. Ein permanentes Auf und Ab. Ende 2017 entschied ich mich für eine andere Therapeutin, die mich Mitte 2018 vor die Tür setzte. Dafür bin ich, im Nachhinein, tatsächlich dankbar.

Mit diesem RAUSWURF kam ich zur Selbstverantwortung. Ich beschäftigte mich intensiv mit mir selbst, schrieb jeden Abend Tagebuch und reflektierte mein Verhalten, meine Gedanken. Alte Muster lösten sich und ich wurde zunehmend positiver. Zeitgleich kam ich auch zum Yoga und besuchte wöchentlich einen Kurs. Nach und nach kam das Bedürfnis die Übungen zuhause zu wiederholen und eigenständig neue Asanas (Körperhaltungen) dazu zu lernen. Ich übte zweimal die Woche, dann dreimal die Woche- bis es zur täglichen Routine wurde (Hilfe! Mein YOGAHOSENRADIUS wird immer größer!).

Heute ist mein Tagebuch mit all den Reflexionen fester Bestandteil meines ABENDRITUALS.  Bestimmte Facebookseiten, -gruppen und Blogs inspirieren mich. Ich meditiere täglich, übe Yoga und widme mich Atem- und Achtsamkeitsübungen. Mit diesen „Werkzeugen“ therapiere ich mich inzwischen sozusagen selbst und gebe mein Wissen mit Herz und Seele an andere weiter.

Im Februar 2019 ging ich sogar noch einen Schritt weiter und startete in meine Yogalehrer-Ausbildung, die ich 2021 beenden werde. Ein neuer, spannender Abschnitt…

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Halt! Da kommt noch was!

Jetzt wo ich meinen Werdegang so nieder geschrieben habe, wird mir bewusst wie dankbar ich einem ganz bestimmten Menschen bin. All die Jahre suchte ich die Schuld bei ihm. Ich sagte und tat Dinge, die kein Mensch verdient. Ich weiß, da sind einige Verletzungen und Narben und es wird noch eine Weile dauern bis diese nicht mehr schmerzen…

Trotzdem ist mein Mann immer noch an meiner Seite und unterstützt mich auf meinem „neuen Weg“, den ich eingeschlagen habe. Ich danke Dir! Von ganzem Herzen!