Monatsfazit April

In „Krisen“ wie dieser, in der wir uns gerade befinden, erscheint es mir besonders wichtig, mich auf die schönen Dinge zu konzentrieren. Deswegen möchte ich heute mein Monatsfazit mit Dir teilen.

Ok ok, der Monat Mai neigt sich schon wieder dem Ende. Eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen, diesen Beitrag Mitte des Monats zu schreiben. Nun wurde es doch etwas später weil es so unheimlich viel zu erzählen gibt!

Immer noch befinden wir uns in der „Corona Krise“.

Immer noch ist Angst, Unruhe, Negativität recht präsent. Deswegen öffne ich heute mein Tagebuch und erzähle Dir von all den wundervollen Dingen, die ich im April erlebt habe, um dieser Negativität weniger Raum zu überlassen. Vielleicht hast Du Lust, Dich inspirieren zu lassen. Dieser Beitrag wird einige Links enthalten. Wie immer gilt hier: freiwillig, unbezahlt, von Herzen.

Mein April begann mit einer tollen Yogastunde, die ich mir über die App von Yoga Vidya rausgesucht hatte: Mittelstufe mit Gayatri Mantras. „Yoga in Verbindung mit Mantras – eine ideale Kombination für Herzensöffnung und spirituelle Erfahrung“ heißt es in der Beschreibung, dem ich gerne zustimme. Außerdem begann im April mein Online Vedanta Anfängerkurs, den mein Ausbildungsleiter gibt…. und ich freue mich wie er an dieser Aufgabe des Online-Unterrichtens wächst 🙂

Meine Tochter und ich hatten zu Beginn des Monats einen Katalog von Engelbert Strauss im Briefkasten, den wir fröhlich zum Basteln nutzten. Wir schneideten einzelne Shirts, Hosen, Schuhe und Köpfe aus und setzten sie wild wieder zusammen. So entstanden fleißige Handwerker mit Kinderkörpern, Frauen mit muskulösen Männerarmen und andere lustige Dinge.

Nach vielen Wochen Krankenhaus, Intensivstation und Ungewissheit konnte die Oma meines Mannes in diesem Monat von uns gehen. Letztendlich eine Erlösung. Ich bin dankbar, diese lebensfrohe, liebe Person in unserer Mitte gehabt zu haben.

„Om Tryambakam“ sagen wir im Yoga- ein Heil- und Segensmantra.

Ich entdeckte noch eine schöne Bhakti Yogastunde für mich. Leider finde ich den Link nicht mehr und kann ihn deswegen nicht mit Dir teilen. Außerdem stand ich an zwei Sonntagmorgen sehr früh auf (noch früher als sonst :D) um für mich selbst Satsang zu zelebrieren. Die Aufnahmen lud ich mir im Vorfeld runter. Dazu klinkte ich mich in Bad Meinberg ein, die derzeit sehr viele kostenlose Online Angebote insbesondere Live Übertragungen anbieten.

In meiner Yogapraxis machte ich ein paar intensive „Reinigungserfahrungen“ durch, für die ich dankbar bin und die mir neue Erkenntnisse brachten. Um nicht zu sehr abzuschweifen möchte ich es aber bei dieser Kurzbeschreibung belassen.

Zwei Tage widmete ich mich der „Werkstatt“ in unserem Hof.

Ich sortierte aus, entsorgte, installierte ein paar Regale und freute mich dann sehr über die Ordnung, die einzog. Auch wenn sie nicht allzu lange anhielt… hust hust. Mein Ausmisten der Festplatte, dem ich mich diesem Monat ebenfalls widmete, ist da etwas beständiger. Wie auch das Ausmisten des Kleiderschranks der Tochter. Man… da war ich ja ganz schön fleißig!

An einem schönen, sonnigen Tag saß ich lange mit meiner Tochter im Garten auf der Picknickdecke und wir spielten Obstgarten. In unzähligen Variationen, die sie sich ausdachte.

Noch eine schöne inspirierende Mittelstufen Yogastunde mit vielen Variationen. Beim ersten Üben traute ich mich nicht in den „Clown“. Ein paar Tage später probierte ich es noch mal und überwand meine Angst.

Ach das klingt so banal aber ich freute mich, wie ein Kind an Weihnachten! Mein Mann bastelte mir aus unseren Ikea-Badezimmerhockern zwei „Fußwaschschüsseln“ indem er einfach nur die Löcher dicht machte. Die nutze ich nun häufig um meine dreckigen Füße bequem einweichen zu können. Besonders gerne wenn die Räuberin abends in der Dusche plantscht und singt.

In meine Yogapraxis schlich sich die Gewohnheit ein, nach dem Meditieren ein paar Verse aus der Bhagavad Gita zu lesen. Folgender Vers blieb besonders bei mir hängen:

„Mit dem Schwert der Erkenntnis mache daher deine Zweifel zunichte, die aus Unwissenheit entstanden sind und in deinem Herzen wohnen, und suche Zuflucht im Yoga. Erhebe dich, o Arjuna.“

Bhagavad Gita 4.42

Erläuterung von Sukadev: Wir sollten nicht in Selbstmitleid und Depressionen versinken, was unsere spirituelle Weiterentwicklung behindert. In schwierigen Situationen ist es wichtig, nicht aufzugeben, sondern aufzustehen und zu kämpfen. Die Kraft ist in jedem von uns. Egal, wie schlimm die Umstände sind! Egal, wie sehr uns irgendetwas bedrückt! Egal, wie sehr uns etwas erschüttert! Egal, wie energielos und ausgebrannt wir uns fühlen! Wer niedergeschlagen ist, kann diese Worte mehrmals aussprechen und auf sich wirken lassen: „Erhebe dich. Erhebe dich. Erhebe dich.“

Den ein oder anderen Schmunzler im April verdanke ich Emanuel, Gründer der Barefoot Academy. Er trifft mit seinen Videos genau meinen Humor. Interessant für Läufer, Barfußschuh-Interessierte und Barfußgänger.

Noch mehr Kreatives mit meiner Tochter: Aus Holz- und Stoffresten und einer kleinen Palette schraubten wir ein „Gartenhäuschen“. Was nicht schön anzuschauen ist aber seinen Zweck erfüllt und ihr vor allem Spaß machte. Außerdem bauten wir ein Weltwunder im Sandkasten und flitzten mit BobbyCar und Traktor (für die wir beide eigentlich viel zu groß sind) unzählige Male den Hang hinunter.

Passend zum Vedanta-Kurs startete ich mit einem neuen Buch: „Die Wirklichkeit verstehen“ von James Swartz- und ich lernte einen neuen Kirtan auf dem Harmoinum spielen. In diesem Zusammenhang entsteht auch ein Wandbild für mein Yogazimmer…

… ist aber noch nicht fertig!

Mein Mann und ich bildeten ein gutes Team und der Mowag bekam neue Scheinwerfer und neue Einstiege an den hinteren Türen. Bezüglich des neuen Lacks, der uns viele Nerven kostete, fanden wir endlich eine zufriedenstellende Lösung. Inzwischen ist die letzte Schicht drauf und wir müssen nur noch kleine Patzer ausbessern.

Pünktlich zum Osterfest bekam die Tochter einen tollen Brief von ihrer Patin (mit der sie später fleißig Audionachrichten per WhatsApp hin- und herschickte) und ein großes Paket von der Oma. Fast wie Geburtstag!

Auch in der Küche passierten tolle Dinge. Gleich dreimal backte ich Brot selbst. Mal mit Karotten, mal mit Sonnenblumenkernen. Und es gab mal wieder überbackenen Blumenkohl, den mein Mann so gerne isst. An einem sehr sonnigen Tag aßen wir mittags Gemüselasagne auf der Terrasse… mhmm. An einem anderen Tag schmissen wir ganz spontan den Grill an. Auch ganz spannend: Ich habe über ein paar Tage beobachtet, dass mir eine bestimmte Schokoladensorte Kopfschmerzen macht. Wie wunderbar! Wieder etwas, was ich nicht mehr kaufen muss! 😀

Apropos einkaufen. Das erledige ich inzwischen „unten ohne“.

Nachdem ich um Weihnachten rum entschied, hauptsächlich nur noch barfuß zu gehen (dazu vielleicht mal ein anderer Beitrag), wusste ich noch nicht, dass ich tatsächlich auch mal ohne Schuhe in ein Geschäft gehen würde. Und zu meiner Überraschung erntete ich dafür keinerlei negative Reaktionen. Höchstens ein „Bitte pass auf.. manchmal fällt ja doch was runter und dann liegen da Scherben…“

Bei einem meiner Einkäufe ergab sich spontan auch ein sehr berührendes Gespräch. Eine Bekannte klagte, sie würde ihre Enkelkinder vermissen. Ich klagte, dass mir meine Mama fehlen würde. Wir sprachen uns gegenseitig unser Mitgefühl aus. Trotz Corona und „Abstand“ ergab sich in diesem Moment so viel Nähe! Kurz danach rief ich übrigens meine Mama an und telefonierte sehr lange mit ihr. Liebe Grüße an Dich!

Grüße gehen außerdem an meine Freundin T., mit der ich im April wieder etwas mehr und ganz tollen Kontakt hatte. Es lässt mich immer wieder staunen, wie stark unser Band doch ist und wie häufig uns die selben Themen beschäftigen obwohl wir gar nicht darüber gesprochen haben.

Außerdem auch ein Gruß an D+J 🙂 Eine liebe Nachricht bekam ich auch von P., die ich in Schweden kennengelernt hatte. Das versprochene Die-Ärzte-Paket für ihren Sohn machte sich in diesem Monat, nach langer Zeit, endlich auf den Weg zu ihm.

Eines Morgens, nachdem uns die Decke auf den Kopf fiel, entschieden wir spontan an den heimischen See zu fahren. Die Tochter erfreute sich an den vielen partnersuchenden Kröten und mein Mann sprang zum ersten Mal in diesem Jahr ins Wasser. Angebadet is! An einem verregnetem Tag wiederum, kuschelte ich mich mit der Räuberin ins Bett und wir guckten „Disneys Der Glöckner von Notre Dame“ über den Laptop…

… nachdem wir barfuß mit Regenschirmen in den Händen durch die Pfützen gehüpft sind!

An einem anderen Tag kramte ich noch so einen „alten Schinken“ für die Tochter aus. Beim Gucken von „Die Hexe und der Zauberer“, insbesondere der Szene mit den Eichhörnchen, kicherte und lachte sie ohne Unterbrechung.

Und auch wir Großen glotzten ein bisschen. Eine Doku über einen Aussteiger in Sibirien und einen spannenden Science Fiction Film. Einen Abend verbrachten wir aber auch damit, „alte“ Musik rauszukramen. Das war ungeheuer lustig und am nächsten Morgen spielte ich Lieder wie „Heute hier morgen dort“ auf dem Harmonium. Die Lagerfeuer-Saison kann starten!

Aber natürlich saßen wir nicht nur vor der Glotze sondern nutzten auch das schöne Wetter. Fast jeden Tag gingen wir alle gemeinsam als Familie spazieren. Oft sogar alle ohne Schuhe. Mit den Nachbarn ergab sich das ein oder andere nette Gespräch.

Schon wieder Yoga aber diesmal sogar für Anfänger geeignet 😉 Eine Basic Yogastunde mit schönen Affirmationen hat es mir angetan. Meine Ausbildungsgruppe und ich bekamen sie als „Hausaufgabe“. Dadurch, dass wir uns alle nicht im Yogacenter treffen können, finden unsere Abende online statt. Für meine Tochter ein gefundenes Fressen: Sie konnte endlich mal allen Hallo sagen, von denen ich immer so viel erzähle und mit uns gemeinsam das Om tönen.

„Ich bin zu hungrig um zu essen!“

Würdest Du niemals sagen, oder? Genau so ist es übrigens auch mit dem Yogaüben. „Ich bin zu müde/erschöpft für Yoga“ gibt es nicht 😉 Seit April weiß ich, dass auch Kopfschmerzen nicht zwingend ein Hindernis sind. Ich probierte diese Yoga Nidra Stunde aus und es ging mir hinterher viel, viel besser.

Meine Tochter brachte mich zum Lachen als sie meine alten Lego Duplo Bausteine rauskramte und mit mir spielen wollte. Zum Staunen brachte sie mich als sie mir ihre Saltos auf dem Trampolin zeigte.

Mein Harmonium rasselte und schepperte schon eine Weile beim Drücken bestimmter Tasten. Im April wurde es allerdings so schlimm, dass ich es wirklich nicht mehr nutzen konnte. Nach zwei mühsamen Tagen des Schraubens hab ich es aber tatsächlich wieder hingekriegt!

Ohropax für alle!

Und nach ein paar weiteren Tagen des Rumtüftelns hab ich es auch noch geschafft mein Zoom H1N Mikro mit dem Laptop zu verbinden und kann mein Kirtanspielen jetzt sogar in toller Qualität aufnehmen um es Freunden zu schicken (tatsächlich gibt es Menschen, die das hören wollen!). Mein Mann und ich lachten beide herzhaft darüber, dass ich nun „YouTube Star“ werde.

Viel Freude machte mir das Wiederbeleben meiner Website, nachdem so ein unerwarteter Impuls dazu kam. Sogar ein neuer Blogbeitrag kam dabei raus. Nach 6 Wochen „Funkstille“.

Zu guter Letzt folgte nochmal ein Spaziergang mit der Familie. Durch den Regen!

Positives Denken hin oder her- ich bin manchmal auch nur ein Mensch…

… und so gab es nicht nur heiteren Sonnenschein im April sondern auch ein paar Schwierigkeiten, die ich der Vollständigkeit halber ebenfalls auflisten möchte. Ist ja schließlich auch menschlich… und lässt Raum zum Wachsen. Folgende Schwierigkeiten traten auf und wollen in den nächsten Wochen genauer angeschaut werden:

Emotionales Essen. Puuuh. Manchmal erkenne ich nicht, dass ich eine Pause bräuchte. Stattdessen esse ich dann völlig unnötig. Das machte mich allgemein sehr träge und ich geriet in einen Teufelskreis. Träge- essen- noch träger- dadurch noch mehr essen. Mein Mann und ich hatten uns ein paar Mal in den Haaren wegen Nichtigkeiten. Und mir kam ein wichtiger Schlüssel abhanden… hoffentlich taucht er wieder auf.

Das Corona-Thema nervt auch mich allmählich und ich merke, dass ich ungeduldiger bin. Dafür klappte es mit meiner Yogapraxis aber trotzdem recht gut und es gelang mir dran zu bleiben. Mein Tagebuchschreiben darf ich etwas besser im Auge behalten, manchmal bin ich schlicht zu „faul“ oder „müde“. Alberne Ausreden 😉

Im April notierte ich mir 26 „gute“ Tage.

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